Neuroathletiktraining

Was machen die denn da für Übungen???...

Vielleicht haben Sie in der letzten Zeit ungewöhnliche Übungen bei uns auf der Trainingsfläche beobachtet. Da hält jemand ein Stäbchen mit gestrecktem Arm vor sich und dreht dabei den Kopf. Ein anderer Kunde zieht an einem Superband, das vom Trainer gehalten wird und der nä. Kunde hält sich ein Blatt mit Buchstaben vor die Nase….und danach gehen die Kunden zufrieden und überrascht nach Hause. Was hat es damit auf sich?

Die ungewöhnlichen Übungen stammen allesamt aus dem Neuroathletiktraining. Dieses Training, das ursprünglich aus den USA kommt und seine Grundlage im Z-Health Training von Dr. Cobb hat,  ist in Deutschland vor allem durch Lars Lienhard bekannt geworden. Er konnte bereits in der Arbeit mit zahlreichen Spitzensportlern (u.a. Deutsche Fußballnationalmannschaft, Leichtathleten aus dem Kader der EM in Berlin) erfolgreich zeigen,  wie die Leistung gesteigert werden kann.

Beim Neuroathletiktraining geht es im Kern darum, dass unsere Bewegungen von unserem Gehirn gesteuert werden. Es erhält dafür Informationen aus dem visuellen, vestibulären und propriozeptiven System. Diesen Input integriert es und generiert daraus die Bewegung. Folgerichtig hängt die Qualität der Bewegung von der Qualität der eingehenden Informationen und deren Verarbeitung ab. Inhalt es Neuroathletiktrainings sind deshalb verschiedene Gleichgewichts-, Augen- und Gelenkkontrollübungen.

Für uns ist das Neuroathletiktraining vor allem deshalb interessant, weil es ein wichtiger Baustein in der Therapie von Verletzungen und Beschwerden z.B.in verschiedenen Gelenken oder im Rücken- und Nackenbereich ist. Oft sind Probleme in den bewegungssteuernden Systemen die Ursache für Schmerzen und/oder Verletzungen.  Wir sind damit in der Lage, nicht nur das Symptom also den Schmerz zu behandeln, sondern auch die Ursache für den Schmerz/die Verletzung besser zu identifizieren. Das kann zukünftigen Verletzungen und Problemen vorbeugen. Die Qualität im Training  wird deutlich gesteigert, indem die bewegungssteuernden Systeme gezielt adressiert werden. Der Athlet wird stabiler, so dass z.B. deutlich mehr Kraft beim Training mit der Langhantel generiert werden kann.

 

Kommentar von unserer Sportwissenschaftlerin Dr. Tanja Hohmann:

„Ich habe bereits an zwei Fortbildungen zum Thema Neuroathletiktraining („Grundlagen des Neuroathletiktrainings“ und „Neuronale Strategien im Krafttraining“) erfolgreich teilgenommen. Zunächst kamen mir die Übungen auch recht ungewöhnlich vor und ich zweifelte daran, ob das wirklich so gut funktioniert und ich in der Arbeit mit Patienten und Kunden damit erfolgreich sein kann. Mittlerweile muss ich sagen, dass ich von diesem Ansatz begeistert bin. Zum einen überzeugt mich die wissenschaftliche Grundlage, auf der der Ansatz basiert. Zum anderen hatte ich bereits einige sehr überraschende Trainingsresultate, die ich mit dem herkömmlichen Training so wohl nicht erreicht hätte“

 

                      

 

 

Zurück